Niederspannungs- und Mittelspannungsschaltanlage – SKS Elektroanlagenbau

Schaltanlagen: Niederspannung, Mittelspannung, Hochspannung im Vergleich

Schaltanlagen verteilen, schalten und schützen elektrische Energie in industriellen Anlagen, Kraftwerken und Infrastrukturprojekten. Welche Anlage für einen Standort geeignet ist, hängt in erster Linie von der Spannungsebene ab: Niederspannungsschaltanlagen arbeiten bis 1.000 V, Mittelspannungsschaltanlagen zwischen 1 kV und 36 kV, Hochspannungsschaltanlagen ab 52 kV aufwärts.

Dieser Artikel erklärt die Unterschiede zwischen den drei Spannungsebenen, beschreibt typische Bauarten und Normen und zeigt, welche Anlagenklasse für welchen industriellen Einsatz sinnvoll ist.

Die drei Spannungsebenen im Überblick

Die Einteilung nach Spannungsebenen folgt der IEC-Norm 60038 und ist in der europäischen Elektrotechnik verbindlich. Jede Ebene hat eigene Normen, Bauformen und Einsatzbereiche:

MerkmalNiederspannung (NS)Mittelspannung (MS)Hochspannung (HS)
Spannungsbereichbis 1.000 V AC / 1.500 V DC 1 kV bis 36 kV 52 kV bis 1.200 kV
Typische Netzspannungen400 V (dreiphasig), 230 V 6 kV, 10 kV, 20 kV, 30 kV 110 kV, 220 kV, 380 kV
HauptnormIEC 61439 IEC 62271-200 IEC 62271-100 / -200
Typische SchutzartIP20–IP65 IP3X–IP5X Freiluft oder SF6-gekapselt
Nennstrom (typisch)bis 6.300 A 630 A bis 4.000 A bis 5.000 A und mehr
Kurzschlussfestigkeitbis 100 kA (IEC 61439) bis 50 kA (IEC 62271-200) bis 63 kA und höher
AufstellungsortGebäude, Schalträume Trafostation, Übergabestation Umspannwerk, Freiluftanlage
WartungsaufwandGering bis mittel Mittel Hoch, spezialisiertes Personal
Mittelspannungsschaltanlage Innenansicht 
Industrieanlage – SKS

Niederspannungsschaltanlagen (NS)

Niederspannungsschaltanlagen arbeiten bis 1.000 V Wechselspannung und sind die am häufigsten eingesetzte Anlagenklasse in der Industrie. Sie übernehmen die Endverteilung elektrischer Energie auf Maschinen, Antriebe, Beleuchtung und Hilfsbetriebe.

Typische Anwendungen

  • Hauptverteilungen und Unterverteilungen in Produktionshallen
  • Motorsteuerungen und Anlasser für Pumpen, Kompressoren, Förderbänder
  • Eigenbedarfsversorgung in Kraftwerken und Umspannwerken
  • Gebäudeversorgung in Büro-, Gewerbe- und Industriegebäuden

Bauformen

NS-Schaltanlagen werden als offene oder geschlossene Anlagen in Schaltschränken aufgebaut. Verbreitete Systeme sind Festeinbau-Schaltanlagen und Einschub-Schaltanlagen, bei denen einzelne Abgänge ohne Spannungsunterbrechung der Sammelschiene ausgetauscht werden können. Normgrundlage ist die IEC 61439.

SKS Elektroanlagenbau fertigt NS-Schaltanlagen für industrielle Neubauten und Retrofit-Projekte. Die Systeme bieten Nennströme bis 6.300 A, eine Kurzschlussfestigkeit bis 100 kA und werden im eigenen Prüffeld in Fohnsdorf auf Herz und Nieren geprüft.

Mittelspannungsschaltanlagen (MS)

Mittelspannungsschaltanlagen stehen an der Schnittstelle zwischen dem öffentlichen Versorgungsnetz und der industriellen Energieverteilung. Sie übernehmen die Netzübergabe vom Netzbetreiber, speisen Transformatoren ein und versorgen große Motorabgänge direkt auf Mittelspannungsebene.

Spannungsebenen in der Industrie

In Österreich und Deutschland sind 10 kV und 20 kV die häufigsten industriellen MS-Netzspannungen. Ältere Stahlwerks- und Chemienetze arbeiten oft auf 6 kV, während Bahnstromversorgungen und große regionale Netze 30 kV oder 36 kV nutzen.

Bauarten

MS-Schaltanlagen werden primär nach ihrem Isoliermedium unterschieden:

BauartMerkmale und Einsatz
Luftisolierte Schaltanlage (AIS)Bewährte Technologie, wartungsfreundlich, gut zugänglich. Größerer Platzbedarf. Standard für Industriestandorte, Kraftwerke und EPC-Projekte.
Gasisolierte Schaltanlage (GIS) / Feststoffisolierte Schaltanlage (SIS)Sehr kompakt, geeignet für beengte Verhältnisse. Bis 31.12.2025 mit SF6; ab 2026 sind für Neuanlagen ≤ 24 kV nur noch SF6-freie Technologien zulässig (EU-Verordnung 2024/573). SF6-frei, robust bei Feuchtigkeit und Verschmutzung. Wachsender Einsatz in Tunneln, Offshore und Industrieanlagen mit rauen Bedingungen.

Normen

Die Hauptnorm für metallgekapselte MS-Schaltanlagen ist die IEC 62271-200, die in Österreich als ÖNORM EN 62271-200 umgesetzt ist. Leistungsschalter werden separat nach IEC 62271-100 geprüft. Die vorgeschriebenen Typprüfungen umfassen strenge Kurzschlussfestigkeits-, Temperatur- und Lichtbogenfestigkeitstests (IAC-Klassifizierung).

Hochspannungsschaltanlagen (HS)

Hochspannungsschaltanlagen arbeiten ab 52 kV und sind ausschließlich in Umspannwerken und Übertragungsnetzen zu finden. Sie sind in der Regel kein Bestandteil des klassischen industriellen Eigenbedarfs, sondern liegen im Aufgabenbereich der Übertragungsnetzbetreiber.

Für große Industriebetriebe bildet die Hochspannung lediglich die Übergabespannung vom Netzbetreiber. Die eigene Betriebsanlage beginnt erst mit der MS-Schaltanlage in der Übergabestation, direkt im Anschluss an den Transformator, der die Spannung von HS auf MS herunterregelt.

Welche Schaltanlage für welchen Einsatz?

Die Wahl stupst sich primär durch den zugewiesenen Anschlusspunkt und die installierte Leistung des jeweiligen Standorts an. Für industrielle Projekte gelten folgende praktische Faustregeln:

StandortprofilEmpfohlene Schaltanlage
Kleine bis mittlere Produktionsstätten, Gewerbe, < 630 kVANS-Schaltanlage, direkt aus dem Transformator gespeist
Mittlere Industriebetriebe, > 630 kVA bis ca. 10 MVAMS-Schaltanlage mit eigenem Transformator, Netzübergabe na 10 kV oder 20 kV
Große Industriestandorte, Stahlwerke, Chemie, > 10 MVAMS-Schaltanlage mit mehreren Einspeisungen und Sammelschienenkupplung; teils HS-Direktanschluss
Kraftwerke (Wasserkraft, Gas, Dampf)MS-Schaltanlage für Eigenbedarf, HS-Anlage für Netzeinspeisung
Erneuerbare-Energien-Anlagen, Windparks, SolarparksMS-Schaltanlage in der Trafostation; Netzanschluss über HS oder MS je nach Anlagengröße

Hinweis: Retrofit statt Neubau

Viele bestehende MS- und NS-Schaltanlagen im industriellen Einsatz su već 20 bis 30 Jahre alt, weshalb die Beschaffung von Ersatzteilen zunehmend problematisch wird. Ein gezieltes Mittelspannungsschaltanlagen Retrofit – also der Austausch von Leistungsschaltern und Schutzrelais bei Erhalt des bestehenden Gehäuses – ist in vielen Fällen deutlich wirtschaftlicher als ein vollständiger Neubau. SKS Elektroanlagenbau führt solche Retrofit-Projekte für MS- und NS-Anlagen verschiedenster Fabrikate vollkommen herstellerunabhängig durch.

Normübersicht: NS, MS und HS

SpannungsebeneHauptnormNationale Umsetzung (AT / DE)
Niederspannung (NS)IEC 61439 (Schaltanlagen), IEC 60947 (Schaltgeräte) DIN VDE 0660, ÖNORM EN 61439
Mittelspannung (MS)IEC 62271-200 (Anlagen), IEC 62271-100 (Leistungsschalter) DIN VDE 0671-200, ÖNORM EN 62271-200
Hochspannung (HS)IEC 62271-200, IEC 62271-100 DIN VDE 0671-200 (höhere Spannungsstufen)

Schaltanlagen von SKS Elektroanlagenbau

SKS Elektroanlagenbau plant, fertigt und wartet Niederspannungs- und Mittelspannungsschaltanlagen für Industriekunden in Österreich und dem internationalen Markt. Jede Anlage wird vor der Auslieferung im werkseigenen Prüffeld in Fohnsdorf einer vollständigen elektrischen Stückprüfung unterzogen.

  • NS-Schaltanlagen: Niederspannungsanlagen Neubau und Retrofit, ausgelegt bis 6.300 A und bis 100 kA Kurzschlussfestigkeit.
  • MS-Schaltanlagen: Neubau und Retrofit luftisolierter Anlagen bis 36 kV.
  • Herstellerunabhängige Wartung, Instandhaltung und Service bestehender Anlagen.
  • Professionelle Montage und Inbetriebnahme in Österreich sowie bei internationalen EPC-Projekten.

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